Schwärmerei der Woche – Axel Hacke

Wer Martenstein liest, dem wird aufgefallen sein, dass seine Kolumnen meist nach dem gleichen Muster aufgebaut sind: Er beginnt sie mit einer privaten Anekdote und verbindet diese dann mit einem politischen oder gesellschaftlichem Thema. Wobei er in letzter Zeit auch des öfteren beim Thema der Anekdote bleibt.
Diese Art Martensteins, verschiedene Themen miteinander zu verbinden und darüber zu einer Lösung oder Antwort zu kommen, hat für mich schon immer den Reiz seiner Kolumnen ausgemacht.
Vor ein zwei Wochen bin ich über ihn auf die Kolumnen von Axel Hacke bei der Süddeutschen Zeitung gestoßen. Und Axel Hacke macht einfach nichts anderes als andauernd irgendwelche abwegigen Themen miteinander zu verbinden. Wenn man Glück hat, haben sie noch einen eigenen Punkt, auf den sie abzielen. Doch er, der schon „Der kleine König Dezember“ und „Der weiße Neger Wumbaba“ geschrieben hat, macht das mit einer humoristischen und liebenswürdigen Art, so als ob man ihm beim Denken über die Schulter schauen könnte.
Und was für Verbindungen er zieht: Da wird Pech mit der Langsamkeit der Welt verbunden, Giesskannen mit Bahngleisen zu einer Geschischte verwoben. Und stets bleibt ein Staunen zurück. Ein Staunen über die Sprachgewandtheit und die sorgfältige Auswahl der Themen.
Wer also Axel Hacke liest, dem wird auffallen, dass seine Kolummnen einem sprachlich die Woche versüßen.

Mohntagskipfarl für dich

Immer Montags gibt’s eine kleine Zusammenstellung von Netzfundstückchen als Kipfarl zum Frühstück…

Stars -Wanja Wecksler

Schönes, trauriges Video zu einem sehr ernsten Thema.

Lenamanie

Hier greift Niggemeier einen Forumstext zum ausgeflippten Rummel um Lena Meyer-Landrut auf.

The Long Winters – The Commander thinks along

Ein Lied wie ein Sonnenaufgang am Meer im Urlaub, nach einer Nacht am Strand.

Aron Wiesenfeld

Auf den ersten Blick wirkt das Bild vielleicht etwas altmodisch, könnte romantisch sein, aber plötzlich fällt einem der Reißverschluss an der Jacke und die Plastiktüte in der Hand des Mädchen auf – doch nicht so alt, das Bild…Genauer gesagt, ziemlich modern von einem Künstler namens Aron Wiesenfeld, der von sich selbst sagt:

“I have a penchant for painting solitary women and girls who have been caught out in unexpected weather. I tend to be drawn to off-balance situations in which the protagonist is neither here nor there, but in between, like a person in the process of a decision.”

Und ich finde das sieht man. Die Menschen auf seinen Bildern schauen den Betrachter nie direkt an, sondern blicken ein bisschen wie aus einer anderen Welt.

Das kann man jetzt zwar so sehen, muss man aber nicht, denn dem Künstler ist bei seinen Bildern auch wichtig, dass sie Raum für eigene Interpretationen lassen. So freut es ihn auch immer sehr, wenn ihm jemand erzählt, dass ein Bild für ihn persönlich etwas bedeutet.

Bei seiner Suche nach neuen Motiven ist ihm wichtig, dass sie etwas bei ihm auslösen. Das kann ein Bild, aber auch ein Satz in einem Buch oder ein Traum sein. Er sagt:

„When I find an image that seems like it might work, the best way I can describe it is that it „buzzes“, which means there is an instantaneous visceral reaction that suggests hidden depth and mystery, and that’s the most inspiring thing for me. . Lot’s of other thoughts and associations come up as I’m working on a piece, and it inevitably changes, but It still has to have that certain indescribable something that I felt in the first moment.“

Via yayeveryday

Kurz vorgestellt – Uwu Lena mit Schland O Schland

Sie haben sich Lenas Grand Prix Siegeshit genommen und daraus einen WM-Siegeshit gemacht…

Via Rivva

Update: Einen Tag nach der Veröffentlichung haben die Studenten nun schon rechtliche Probleme, mehr dazu hier.

Käfige

Der, dem nichts Kreatives einfällt und der dennoch die Welt mit seinen Schriftstücken „bereichern“ will, der gehört bestraft. Aus dem Grund muss darf Philipp jede Woche seinen Senf zu irgendeinem aus der Luft bestimmten Thema geben.


Wirklich bewusste Konfrontationen mit Einkaufswagen sind ja eher selten, aber manchmal begegne ich kleinen verrückten Kindern, die andere kleine verrückte Kinder in einem geklauten geliehenen Einkaufswagen über ihren Pausenhof jagen.

Sofort stellen sich mir dann mehrere Fragen:

1. Wieso tun sie das?

2. Wieso machen wir das nicht alle?

Ersteres lässt sich schnell beantworten. Kleine verrückte Kinder wollen Spaß haben, vielleicht auch ein wenig anarchisch sein. Womit sich auch meine zweite Frage begründen lässt, denn dieser Ausbruch aus den geltenden Gesellschaftsnormen geht der Masse nunmal ab: Keiner klaut Einkaufswagen, wieso sollte man es dann selbst tun? Gut, der praktische Nutzen hält sich sowieso in Grenzen, aber für einen Anwohner könnte ein privater Einkaufswagen doch ganz nett sein, um beispielsweise seine Getränkekisten nach Hause zu bringen. Jedenfalls ist es erstaunlich, dass kaum Einkaufswagen mitgenommen werden, obwohl sie meist für mickrige 50 Cent zu haben sind, manchmal gar kostenlos. Doch diese vertrauliche Quelle hier erzählt mir etwas ganz anderes und zerstört damit auch einen Teil meines Weltbildes: Schätzungsweise 100000 Einkaufswagen werden jährlich entwendet, kurzfristig entliehene sind da nicht miteingerechnet. Die Supermarktketten versuchen diese Raten mit Einkaufswagen, die beim Verlassen des Geländes die Reifen blockieren, zu verringern. Und plötzlich sind die kleinen verrückten Kinder gar nicht mehr so verrückt.

Aber kommen wir zurück zum eigentlichen Gegenstand meiner „Abhandlung“, zurück zum Einkaufswagen, diesem metallenen, silberglänzenden Käfig auf vier Rädern, der sich so wunderbar lässig und leicht um jedes Warenregal steuern lässt und in dem sich die Konsumgüter der globalisierten Welt stapeln.

Bevor es den Einkaufwagen gab, gab es die Einkaufstasche, in der sich Apfel und Schnittlauch noch liebevoll an das frische, gut duftende Brot des Bäckers von nebenan schmiegen konnten. Heute werfen sich Cola und Pepsi feindselige Blicke zu, wenn man so verrückt ist, sie gemeinsam einzusperren – dann aber bitte jede Flasche in eine andere Ecke, man ist ja kein Sadist. Ob Sylvan Goldman 1937 klar war, welche Kriegsschauplätze er mit seinen shopping carts eröffnen würde?

Doch auch jetzt noch, nach äußerst intensivem Studium, will mir der Einkaufswagen sein letztes Geheimnis nicht anvertrauen: Stehen in diesen endlos langen, eng zusammengepressten Schlangen eigentlich Einkaufswägen oder sind es Einkaufswagen?

Schwärmerei der Woche – William Fitzsimmons

Stellt euch vor, es ist Sommer, ein bärtiger netter Mann sitzt mit euch und seiner Gitarre auf dem Balkon einer Penthousewohnung, so wie hier, und singt mit einer Stimme, die einem im einem Moment das Herz zerreißt und im anderen den Frieden auf Erden zu schenken versucht, wunderschöne Lieder. Zwischen den Lieder streicht er sich kurz über den Bart sagt etwas, das von erstaunlichem Geistreichtum und Kreativität zeugt und beginnt wieder die Gitarre zu spielen. Vielleicht sollte man lieber sagen, lässt die Gitarre wieder ihn spielen, denn so wirkt es, als ob sie ihn spielt, so leicht geht es voran.
Doch trotz der leichten Spielweise und dem Gefühl, die Melodie komme mit dem Wind ans Ohr heranflogen, ist die Geschichte, die William Fitzsimmons, der der Mann mit dem Bart und auf dem Foto ist, uns erzählen will, nicht gerade die leichteste. Doch seine
Stimme passt dazu und so schwingt sie sich gen Nachthimmel auf und singt die Lieder.

this is a story of a family and what happens when they break apart

Steht im Inneren des Albums, das im Übrigen wunderschön von Ben Scruton illustriert worden ist, und stimmt auf das Album ein.
Wenn ich mit einem Wort das Album „Goodnight“ von Wiliam Fitzsimmons beschreiben sollte, so würde ich vermutlich schön wählen. Das ist sie, schön, nicht mehr und nicht weniger. Mal traurig, mal Trost und Kraft spendend, aber an keiner Stelle verliert seine leichte Stimme den Halt und entgleitet ihm in den Sternenhimmel, der sich über einem auftut. Und somit bleibt nach dem Hören auch kein depressives Gefühl zurück, sondern vielmehr eine sentimentale Atmosphäre.
Von seiner Stimme und dem Gitarrenspiel begleitet, bleibt einem nichts anderes übrig, als eine Gute Nacht.

Auch ältere und neuere Alben sind durchaus empfehlenswert.

Kurz vorgestellt – Playing for change

Eine sehr berührende Version des Klassikers, die auf den Straßen der ganzen Welt entstanden ist. Ein tolles Beispiel dafür, wie Musik verbindet und wie lebendig sie sein kann – ohne aufwändige Studioaufnahmen und (zu) perfekte Arrangements.

Hier kann man mehr über die Organisation, die sich hinter diesem Projekt versteckt, erfahren.

via Schockwellenreiter