Mohntagskipfarl für dich

Immer Montags gibt’s eine kleine Zusammenstellung von Netzfundstückchen als Kipfarl zum Frühstück…

Stars -Wanja Wecksler

Schönes, trauriges Video zu einem sehr ernsten Thema.

Lenamanie

Hier greift Niggemeier einen Forumstext zum ausgeflippten Rummel um Lena Meyer-Landrut auf.

The Long Winters – The Commander thinks along

Ein Lied wie ein Sonnenaufgang am Meer im Urlaub, nach einer Nacht am Strand.

Aron Wiesenfeld

Auf den ersten Blick wirkt das Bild vielleicht etwas altmodisch, könnte romantisch sein, aber plötzlich fällt einem der Reißverschluss an der Jacke und die Plastiktüte in der Hand des Mädchen auf – doch nicht so alt, das Bild…Genauer gesagt, ziemlich modern von einem Künstler namens Aron Wiesenfeld, der von sich selbst sagt:

“I have a penchant for painting solitary women and girls who have been caught out in unexpected weather. I tend to be drawn to off-balance situations in which the protagonist is neither here nor there, but in between, like a person in the process of a decision.”

Und ich finde das sieht man. Die Menschen auf seinen Bildern schauen den Betrachter nie direkt an, sondern blicken ein bisschen wie aus einer anderen Welt.

Das kann man jetzt zwar so sehen, muss man aber nicht, denn dem Künstler ist bei seinen Bildern auch wichtig, dass sie Raum für eigene Interpretationen lassen. So freut es ihn auch immer sehr, wenn ihm jemand erzählt, dass ein Bild für ihn persönlich etwas bedeutet.

Bei seiner Suche nach neuen Motiven ist ihm wichtig, dass sie etwas bei ihm auslösen. Das kann ein Bild, aber auch ein Satz in einem Buch oder ein Traum sein. Er sagt:

„When I find an image that seems like it might work, the best way I can describe it is that it „buzzes“, which means there is an instantaneous visceral reaction that suggests hidden depth and mystery, and that’s the most inspiring thing for me. . Lot’s of other thoughts and associations come up as I’m working on a piece, and it inevitably changes, but It still has to have that certain indescribable something that I felt in the first moment.“

Via yayeveryday

Käfige

Der, dem nichts Kreatives einfällt und der dennoch die Welt mit seinen Schriftstücken „bereichern“ will, der gehört bestraft. Aus dem Grund muss darf Philipp jede Woche seinen Senf zu irgendeinem aus der Luft bestimmten Thema geben.


Wirklich bewusste Konfrontationen mit Einkaufswagen sind ja eher selten, aber manchmal begegne ich kleinen verrückten Kindern, die andere kleine verrückte Kinder in einem geklauten geliehenen Einkaufswagen über ihren Pausenhof jagen.

Sofort stellen sich mir dann mehrere Fragen:

1. Wieso tun sie das?

2. Wieso machen wir das nicht alle?

Ersteres lässt sich schnell beantworten. Kleine verrückte Kinder wollen Spaß haben, vielleicht auch ein wenig anarchisch sein. Womit sich auch meine zweite Frage begründen lässt, denn dieser Ausbruch aus den geltenden Gesellschaftsnormen geht der Masse nunmal ab: Keiner klaut Einkaufswagen, wieso sollte man es dann selbst tun? Gut, der praktische Nutzen hält sich sowieso in Grenzen, aber für einen Anwohner könnte ein privater Einkaufswagen doch ganz nett sein, um beispielsweise seine Getränkekisten nach Hause zu bringen. Jedenfalls ist es erstaunlich, dass kaum Einkaufswagen mitgenommen werden, obwohl sie meist für mickrige 50 Cent zu haben sind, manchmal gar kostenlos. Doch diese vertrauliche Quelle hier erzählt mir etwas ganz anderes und zerstört damit auch einen Teil meines Weltbildes: Schätzungsweise 100000 Einkaufswagen werden jährlich entwendet, kurzfristig entliehene sind da nicht miteingerechnet. Die Supermarktketten versuchen diese Raten mit Einkaufswagen, die beim Verlassen des Geländes die Reifen blockieren, zu verringern. Und plötzlich sind die kleinen verrückten Kinder gar nicht mehr so verrückt.

Aber kommen wir zurück zum eigentlichen Gegenstand meiner „Abhandlung“, zurück zum Einkaufswagen, diesem metallenen, silberglänzenden Käfig auf vier Rädern, der sich so wunderbar lässig und leicht um jedes Warenregal steuern lässt und in dem sich die Konsumgüter der globalisierten Welt stapeln.

Bevor es den Einkaufwagen gab, gab es die Einkaufstasche, in der sich Apfel und Schnittlauch noch liebevoll an das frische, gut duftende Brot des Bäckers von nebenan schmiegen konnten. Heute werfen sich Cola und Pepsi feindselige Blicke zu, wenn man so verrückt ist, sie gemeinsam einzusperren – dann aber bitte jede Flasche in eine andere Ecke, man ist ja kein Sadist. Ob Sylvan Goldman 1937 klar war, welche Kriegsschauplätze er mit seinen shopping carts eröffnen würde?

Doch auch jetzt noch, nach äußerst intensivem Studium, will mir der Einkaufswagen sein letztes Geheimnis nicht anvertrauen: Stehen in diesen endlos langen, eng zusammengepressten Schlangen eigentlich Einkaufswägen oder sind es Einkaufswagen?

Schwärmerei der Woche – William Fitzsimmons

Stellt euch vor, es ist Sommer, ein bärtiger netter Mann sitzt mit euch und seiner Gitarre auf dem Balkon einer Penthousewohnung, so wie hier, und singt mit einer Stimme, die einem im einem Moment das Herz zerreißt und im anderen den Frieden auf Erden zu schenken versucht, wunderschöne Lieder. Zwischen den Lieder streicht er sich kurz über den Bart sagt etwas, das von erstaunlichem Geistreichtum und Kreativität zeugt und beginnt wieder die Gitarre zu spielen. Vielleicht sollte man lieber sagen, lässt die Gitarre wieder ihn spielen, denn so wirkt es, als ob sie ihn spielt, so leicht geht es voran.
Doch trotz der leichten Spielweise und dem Gefühl, die Melodie komme mit dem Wind ans Ohr heranflogen, ist die Geschichte, die William Fitzsimmons, der der Mann mit dem Bart und auf dem Foto ist, uns erzählen will, nicht gerade die leichteste. Doch seine
Stimme passt dazu und so schwingt sie sich gen Nachthimmel auf und singt die Lieder.

this is a story of a family and what happens when they break apart

Steht im Inneren des Albums, das im Übrigen wunderschön von Ben Scruton illustriert worden ist, und stimmt auf das Album ein.
Wenn ich mit einem Wort das Album „Goodnight“ von Wiliam Fitzsimmons beschreiben sollte, so würde ich vermutlich schön wählen. Das ist sie, schön, nicht mehr und nicht weniger. Mal traurig, mal Trost und Kraft spendend, aber an keiner Stelle verliert seine leichte Stimme den Halt und entgleitet ihm in den Sternenhimmel, der sich über einem auftut. Und somit bleibt nach dem Hören auch kein depressives Gefühl zurück, sondern vielmehr eine sentimentale Atmosphäre.
Von seiner Stimme und dem Gitarrenspiel begleitet, bleibt einem nichts anderes übrig, als eine Gute Nacht.

Auch ältere und neuere Alben sind durchaus empfehlenswert.

Ruedi Zuercher – Facettenreichtum

Schlaf by Ruedi Zuercher

Ich fand an Portraits schon immer faszinierend, wie offen die Personen einen anschauen, so als würden sie einem jeden Moment alles erzählen. Genau um diese Dinge, die durch den Ausdruck von Portraits transportiert werden, geht es auch Ruedi Zuercher:

„Ich war schon immer fasziniert von Gesichtern, innert Kürze können sie – meist gegen den Willen ihrer Besitzer – divergente Signale aussenden. Dieses Phänomen wollte ich mittels Experimenten genauer untersuchen. Interessant dabei ist vor allen Dingen, dass sich die Aktionen bei jedem Gesicht unterschiedlich niederschlagen.“

Aus diesem Grund, hat er als Diplomprojekt eine Fotostrecke mit jeweils zwei Portraits einer Person angefertigt, und zwar immer kurz vor und kurz nach einer bestimmten Handlung, die die Personen bzw. ihr Gesicht verändert hat.

Fallschirmsprung von Ruedi Zuercher

Fallschirmsprung by Ruedi Zuercher

Auffallend finde ich dabei, dass, obwohl sich viele Gesichter nicht gerade sehr stark verändern, abgesehen von verwuschelten Haaren und leicht geröteter Haut, die Emotionen, wie zum Beispiel beim obigen Fallschirmsprung die

immer noch leichte Verwirrtheit, sehr gut transportiert werden. Aber auch bei durchaus heftigeren Veränderungen wie dem Boxkampf, sind es doch eigentlich fast noch stärker die Emotionen, die die Veränderung kennzeichnen.

Boxkampf by Ruedi Zuercher

Wer noch mehr über das Projekt erfahren, weitere Bilder ( z.B. 24 Stunden Marathon oder Einnahme von Heroin) sehen möchte, der besucht am besten die Seite von Ruedi Zuercher, wo man auch die Möglichkeit hat sich über weitere tolle Projekte zu informieren.

Daily Stack – Design zur Organisation

Als ich noch in der Grundschule war, hatte fast jedes Kind ein kariertes Heft, um darin mit Blümchen oder ähnlichem verziert Hausaufgaben aufzuschreiben ; heute ist es so, dass die armen Grundschulkinder keine schön karierten Hefte mehr nutzen dürfen, sondern alle Organizer von „Lillifee“ und „Transformers“ zur Einschulung bekommen, in die sie dann bitte auch haargenau und sauber eintragen, was sie zu Hause machen müssen und wann sie auf welchem Spielplatz, von welcher Schaukel fliegen sollen.

Ich habe solche Hefte immer unabsichtlich verloren.

Später hatte ich ähnlich wie Harald Martenstein Listen herumliegen, auf denen stand, was ich zu tun hatte. Manche würden sie To-Do-Listen nennen. Funktioniert haben sie leider nicht immer. Das lag meistens daran, dass ich nach dem Schreiben nicht nochmal draufschaute oder aber Dinge auf eine imaginäre „Irgendwann…“- bzw. „Morgen ist auch noch ein Tag…“-Liste zu verschieben. Meine Mutter nannte das „Aufschieberitis“, was ich weder sehr lustig noch wirklich einfallsreich fand, aber es traf das Problem auf den Punkt.

Nach dem ich mir nun letztes Jahr einen iPod touch gekauft hab, habe ich diesen dazu genutzt meine Aufgaben zu managen und siehe da, es war und ist von Erfolg gekrönt, was vermutlich einfach daran liegt, dass es irgendwie auch Spaß macht, sich damit zu organisieren.

DirektlinkDailyStack
Und genau dieses Prinzip greifen auch die Designer Sebastian Rønde Thielke und Anders Højmose mit ihrem Zeitmanagementsystem Daily Stack auf, bei dem man ganz im Sinne von Grundschulkindern, mit Bauklötzen spielend, den täglichen Ablauf mithilfe des PCs plant. Das sieht man immer häufiger, dass analoge schöne Dinge verbunden mit dem PC das Leben neu durchplanen sollen, wahrscheinlich, weil es Spaß macht; oder nützlich ist; oder einfach beides zusammen.

Wie auch immer, ich werd mir jetzt ein kariertes Heft kaufen gehen.

via blogmitspeck , die hier auch noch einige andere neuartige Ordnungssysteme auflisten

Update: Da man es leider noch nicht kaufen kann, kann man sich hier umschauen, wo Michael Hunger erklärt, wie er ein ähnliches System mit Lego für sich gebaut hat.

via Magnus bei Spreeblick


Mitgerissen

wenn ich Kaffee trinke… kannichkantskritikderreinenvernuftineinersekundeleseninmeinem kopfinachtzigsprachenübersetzendieichvorherüberhauptnochgarnichtkonnte
undalleswiedervergessen.
Wennichkaffeetrinkesortiereichallebücherinmeinemregalerstalphabetisch dannnachgröße,dannnacherscheinungsjahrdannverbrennichalle,entstaubedasregal
schraubeesauseinanderschraubeesspiegelverkehrtwiederzusammen
strickezweitausendpullover versteigeresiebeiebayundkaufmirvondemgeldallebücherneu

Wenn man das so liest, denkt man vielleicht, oh wie cool und kreativ, kann witzig schreiben, der sich das ausgedacht hat. Aber jetzt stellt euch vor, ihr hört das ganze…und zwar schneller als man lesen kann. Das ist es, was Poetry Slam meiner Meinung nach ausmacht. Dieses Mitgerissenwerden von den Wörtern, zu schnell, um sie zu verstehen, aber irgendwie begreift man sie trotzdem. Natürlich entscheidet jeder selbst, was Poetry Slam für ihn ist, so wie jeder andere Gedanken und Gefühle hat, hat auch jeder eine andere Art diese auszudrücken und mitzuteilen. Aber das ist ja das Schöne an Poesie allgemein und natürlich auch an Poetry Slam – dass sie offen für alles sind. Da dichtet dann zum Beispiel jemand aus wunderschönen, faszinierenden Worten geradezu eine andere Welt und man merkt, wie man tatsächlich zumindest für sechs Minuten, länger darf ein Beitrag nämlich nicht dauern, in diese Welt entschwebt, nur durch den Klang…. Andere wiederum beschreiben chronisch depressiv mit monotoner Stimme, was für ein schwarzes Loch die Welt doch ist. Die wirklich hundertprozentig negative Attitüde zu allem macht ihren Vortrag aus. Was auch sehr verbreitet ist: Geschichten, die harmlos anfangen, sich dann aber durch irgendwelche Assoziationsketten ins absolut Absurde steigern. Sowieso, das Geschichtenerzähltkriegen macht eigentlich immer noch am meisten Spaß.

Aber diese Art, wenn da vorne jemand steht und dir was erzählt, Wörterketten bildet ohne Luft zu holen, wenn man das Gefühl hat, das Gehör ist zu langsam, der Sinn aber doch irgendwie im Gehirn ankommt und man sich praktisch erst im Nachhinein über die Kreativität und die sorgfältigen Formulierungen Gedanken machen und freuen kann, dann sollte man sich einfach zurücklehnen und genießen.