#llb Schwärmerei der Woche – British English

(Nach diesem Einstieg gibt’s jetzt hier noch ein paarmal kleine Beobachtungen aus der Hauptstadt der Briten. Nennen wir es london little bit…Teil 2 folgt jetzt.)

Ich hab was wiedergefunden.

Man ist ja schon amerikanisiert: Obama in den Nachrichten, 80% amerikanische Bands im Radio und grade noch Besuch aus Amerika. Und andererseits von mehr oder weniger prickelndem „Weltenglisch“ umgeben, also das, was Menschen überall sprechen, um den Segen globaler Kommunikation nutzen zu können… Da kann man leicht vergessen, dass es da noch was andres gibt. Echtes British English nämlich. Diese Inselsprache, die von manchen als arrogant bezeichnet wird, die ich aber nur eins finde: wunderschön. Mann muss nur an kleinen Kindern vorbeigehen, die in diesem unverwechselbaren Akzent ihre Eltern fragen: „Can I have an ice cream?“. Oder BBC-Nachrichten schauen und sich dran freuen. Oder morgens in London U-Bahn fahren und die Gesprächskulisse genießen. Oder einfach The Kooks hören oder Jamie T. All das kann zumindest mir wunderbar den Tag versüßen. So lauf’ ich mit einem Lächeln durch die Straßen, muss vielleicht mal jemanden nach dem Weg fragen und krieg nach dem Bedanken ein höflich-fröhliches „You’re welcome!“ zurück. Denn natürlich gehört auch die britische Lebensart zu dem Wunderbaren dieser Sprache. Und in dem Fall ist diese, sich etwas von der Welt abgrenzende Mentalität vieler Briten auch ein Vorteil: Denn sie werden darauf achten, dass ihnen ihre Sprache in Zeiten von Globalisierung und Einheitsbrei nicht verloren geht. Wär auch zu traurig.

Mohntagskipfarl für dich

Immer montags gibt’s eine kleine Zusammenstellung von Netzfundstückchen zum Frühstück… heute mal ganz und gar textlastig:

Tageshochsatz

Felix Moniac schreibt über uns Menschen, die wir dabei sind zu vergessen, was es heißt zu leben.

Wie haben die Menschen im Heute gelebt?

Torben Friedrich sieht in Google-Streetview das Potential eines riesigen Bildbandes unserer Gegenwart und hat deshalb in seiner Bildersammlung gekramt, um zu vergleichen wie ihm bekannte Gebäude früher aussahen und wie jetzt.

Außerdem hat er begonnen seinen Wohnort zu digitalisieren, durch den man bald hier schlendern kann.

Als Raketentourist ins Weltall

Kristian von Bengtson und Peter Madsen haben eine Rakete gebaut, eine ziemlich große Rakete sogar. Mit dieser wollen die beiden Dänen demnächst ein Dummy ins All schießen, irgendwann dann auch Menschen.

Frank Darius

Frank Darius photografiert und zwar auf eine Art, die im ersten Moment nicht durch Effekthascherei oder auffällige Farben besticht, sondern durch ihre Einfachheit.

Er selbst sagt über seine Arbeit:

Es sind Paradiese und Antiparadiese die mich fotografieren lassen.

Der Blick auf und in die Natur, deren Grenze zum Alltäglichen bis zur Unkenntlichkeit verwischt scheint, stellt den entscheidenen Moment meiner Arbeit dar.

Wie weit hat sich der Mensch die Natur verinnerlicht um sich so weit von ihr zu entfernen?

Bei der Beobachtung der Natur ist mir vieles widerfahren, so scheint

mein eigenes Fortkommen unmittelbar abhängig von der Gestalt „Natur“.

Allein die Frage, wo Natur beginnt und wo sie endet, erfordert mehrere

Selbstumrundungen.

Der Mensch liebt die Natur, weil er ein Teil von ihr ist, vor allem aber, weil sie ein Teil von ihm ist.

„Lebewesen sind die Gedanken der Natur“ hatte Karl Ernst von Baer einmal gesagt.

Heute klammert die moderne Naturwissenschaft zum Glück die Poesie und das Gefühlvolle nicht mehr aus, dennoch lassen sich die Folgen der zurückliegenden

und jahrhundertealten Wissenschaft der Natur kaum übersehen.

So beherbergt der Mensch seine grösste Sehnsucht nach sich selbst ohne ihr

näher zu kommen.

Queue, don’t drangle… – London (auch eine Schwärmerei)

London ist groß. London ist Weltstadt und gleichzeitig sehr britisch und London ist sympathisch.

Das liegt meiner Meinung nach einerseits daran, dass es unverwechselbar ist. Sobald man den ersten roten Bus, das erste Black Cab gesehen hat, weiß man, dass man in London ist. Diese Traditon nimmt der riesigen Stadt ein wenig die Anonymität, macht sie irgendwie persönlich.

Zwar gibt es natürlich überfüllte Straßen und Plätze, viel Verkehr und sich zu Feierabendzeit mit gefühlten Tausend Menschen in die U-Bahn zu quetschen ist keine Vergnügen. Aber es gibt auch ausgedehnte Parks und zwar irgendwie ziemlich viele, in deren Mitte man schnell mal vergisst, dass man sich mitten in der Großstadt befindet.

Außerdem hat man trotz der Größe irgendwie das Gefühl gut aufgehoben zu sein, bei der U-Bahn wird man mit kreativen Schildern auf Störungen und dergleichen hingewiesen und wenn mal was nicht klappt hilft einem gleich ein freundlicher Mitarbeiter. Und egal, ob beim Nahverkehr oder auf öffentlichen Toiletten: If you have comments, suggestions, complaints…- man wird immer genauestens darüber informiert, an wen man sich wenden kann.

Überall findet sich alt neben neu, mittelalterliche Kirchen neben Bürokomplexen im 70er-Jahre Charme neben riesigen hochmodernen Glashochhäusern. Und außer den bekannten Sehenswürdigkeiten auch kleine, alternative Künstlerviertel, unzählige Pubs und nette typisch britische Geschäfte, neben altehrwürdigen Straßenzügen mit teuren Villen.

Auf den Straßen und in der U-Bahn wird Multikulti und Toleranz gelebt, zumindest hat man als unbedarfter Tourist diesen Eindruck und, ich weiß nicht ob es Einbildung ist, auffallend viele Menschen scheinen nett, höflich und gut gelaunt zu sein.

Außerdem hat London einen Fluss und Städte mit Flüssen sind ja bekanntlich die schönsten, weil Wasser einfach unverwechselbar Flair und Atmosphäre schafft.

Und in London reden die meisten Leute Englisch.

Arcade Fire – We used to wait

Für den neuen Arcade Fire Song „We used to wait“ hat man sich ein ganz besonderes, teilweise interaktives, Onlinemusikvideo ausgedacht, das uns die Rückkehr in unsere Heimatstadt ermöglicht, sofern genug Streetview-Daten vorhanden sind.  Allerdings benötigt man dafür einen wirklich aktuellen Browser, der auch mit HTML5 zurechtkommt, weshalb ich die brilliante Idee hatte, dass man es aufnehmen und als richtiges Video hochladen könnte. Praktischerweise hatten auch schon andere diesen freundlichen Einfall.

Hier also das offizielle Video und unten das für alle.

via Stylespion

YoYo-Weltmeister Jensen Kimmitt

Nachdem man dieses Video gesehen hat, stellt sich die Frage: Was macht dieser Mensch im echten Leben – außer Yoyoing? Und wie kam er dazu, sich professionell die Hände zu verknoten? Dies und noch mehr verriet uns der Kanadier im Interview.

How old are you?

I just turned twenty-two in June.

How long have you been playing yo-yo?

I’ve been throwing on and off for about thirteen years. I quit for the duration of high-school, (’03-’06) but I got back into it and starting thinking on a larger scale about yo-yo around the autumn of 2007.

How long have you been competing in contests?

I’ve been competing on and off for about a decade. My first contest was Canadian Nationals in 2000; I placed second. I won the title the following year, but the Canadian scene was dissolving. So I stopped competing and focused on performing. I returned to the contest circuit in 2008; I failed to make finals at The World Yo Yo Contest, but I did place top five at the International Yo Yo Open in New York a week later. Since then I’ve won International titles in three continents, including 44 Clash in Tokyo, Canadian Nationals in Calgary and The World Yo Yo Contest in Orlando.

How were you introduced to yo-yoing?

I initially received a yo-yo from my Grandma for Christmas when I was around eight or nine. Like most people I couldn’t really work it, so I used mine as a hockey puck. It wasn’t until a few years later when I found a yo-yo in the school-yard that I realized how much I enjoyed it. I had an uncle who was a local champion and he taught me the basics, which kick-started my interest and later I was taught by performers and demonstrators that would come to my city. From the knowledge I’ve collected over the years, I used my own ingenuity to create what I’m doing now.

How much time do you spend yo-yoing?

Last year before International contests I would spend about six hours a day yo-yoing. Since then I’ve cooled off, now I might throw a couple hours through-out the day.

How long do you need to make a new trick?

Making a trick really isn’t dependent on time. I try not to force the creative process. Most of the time I stumble upon a trick by mistake and reverse engineer it until I can repeat it from memory. That particular process of internalizing tricks and string segments is an art and I don’t think can ever be mastered. The smoothness and fluidity of tricks from the very simple to the most complex is something that I’ve worked on for over a decade and I still feel that I have room for improvement. I’d say making a new trick can be instantaneous, but the polishing for presentation is an ongoing process.

Did you invent any tricks of your own?

I have many of my own tricks. I wouldn’t call them my inventions, but I’ve discovered and rearranged hundreds of tricks that now make up my style.

Do you earn enough money to live?

Currently I don’t earn enough from yo-yoing to make a legit living, but I’m out to set precedents.

What is your ‚real‘ job?

I do a lot of freelance design work, but I’d like to go back to school for illustration degree next year. I chose to leave the design program I was enrolled in last year for a yo-yo tour in Europe.

What are your favorite bands/artists?

I love Hip-Hop. Some of my favorites include Nas, Wu-Tang Clan, MF DOOM, Gang Starr, Jay-Z etc… All time favorites of all genres have to be The Beatles, Nirvana, Philip Glass, Biggie Smalls… there’s lots more.

Do you have any idols?

Yeah, I’ve had a few over the years. Jim Carrey was a big one growing up. I always wanted to be the funny guy. John Higby was another big influence on my life. He let me do 30 shows with him at the Edmonton Street Performers Festival when I was twelve. He showed me it was possible to make a living playing with toys; it’s been a dream that has stuck with me over the years.

What do you do in your free time besides yo-yo?

I enjoy making music, drawing, riding bikes, philosophizing haha.

What’s the coolest thing about yo-yoing and why do you play it most of the time?

The best thing about yo-yoing is the endless self-expression in a completely unique medium. Yo-Yo technology has excelled in the past few years and along with that comes a blank canvas for creative minds. The only decent analogy I can find is that yo-yoing is that it’s like visual music and the best part is finding nice melodies in the strings.

What is the most interesting aspect of the yo-yo community?

The most interesting part about the yo-yo community is how big it’s getting. It’s awesome to see people from around the world sharing the love of yo-yoing.

What’s a cool story that is currently happening to you?

A lot has been going on lately. Since I won the World Yo Yo Contest the hype I’m getting right now is incredible. I’d the say most exciting part is that my freestyle video from the contest is almost at 1,000,000 views on youtube!

What’s the most important thing in your life?

Deep down inside I know it’s my family, but I’m going to say fun anyways.

Where is your favorite place?

I really like Tokyo and Prague, but I’m a homebody. I gotta say I like Edmonton, Canada the most.

Where do you see yourself in ten years?

The unemployment line.

Nah, I’m just kidding. I see myself writing and illustrating children’s books and designing my own house.

Is there a website or a band or something you think everyone should know about?

Check out my blog at www.modernyoyoing.com/blog and of course, check out the worlds best yo-yos and yo-yoers in the world at www.yoyofactory.com.

And shout out to my Grandma!

What is your message to the world?

It doesn’t matter how obscure or unlikely your dream is, with enough time and effort anything is possible.

Stadt- und Wasserläufer

Vor kurzer Zeit tauchte auf Youtube ein Zusammenschnitt von Szenen aus dem Film „High Fidelity“ und dem Werbeclip der ERGO-Versicherungsgruppe auf. Leider ist er von dort inzwischen verschwunden, hier kann man sich aber immer noch ein Bild von den erstaunlichen Übereinstimmungen machen. Plagiatsvorwürfe weist Robert Stolle, Chef der zuständigen Agentur, von sich, die auffällige Ähnlichkeit mit High Fidelity hatte ihn sogar überrascht. In diesem Interview erklärt er auch, dass der Film als Inspiration diente. Die daraus entstandene Werbung kann also auch durchaus als Hommage verstanden werden und nicht nur als billige Kopie. Ein Viral ist der Zusammenschnitt vermutlich nicht, sonst wäre er nicht so schnell wieder verschwunden.

Die Firma Hi-Tec hingegen hat mit ihrem Filmchen zur neuen Sportart „Liquid Mountaineering“ klar virales Marketing betrieben. Auf den ersten Blick scheint dieses Wasserlaufen auf faszienerende Weise tatsächlich zu funktionieren, doch bei genauem Hinsehen erkennt man, dass die Rennenden knöcheltief ins Wasser einsinken, woraus sich schließen lässt, dass sich unter Wasser eine Platte befinden muss. Hier finden sich eine gute Aufklärung und das Making-of dieses wirklich genialen Virals.