Coldplay, die erste britische Band, der nach den Beatles einen Nummer-1-Hit in den USA gelang, sind ja eine klassische Auf-die-kann-sich-jeder-einigen-Band. Egal ob Mütter, Töchter, Väter oder Söhne mit der aus dem Independent-Bereich kommenden Band kommen sie alle klar.
Bei U2 ist das ja aber zum Beispiel auch so.


Das Interessante bei Coldplay finde ich aber, dass auch, wenn sie riesige Hallen bespielen und wahrlich Mainstream sind, sie sich diese Indiekünstlernähe behalten haben.

So fand ich zum Beispiel die “Neuerfindung” mit Viva La Vida gerade dadurch so schön, dass man sehen konnte, dass sie Spaß haben zu musizieren, sie sich die Kleider zum Stil passend selber (?) geschneidert haben. Auch auf Massenkomzerten kann das ein bisschen transportiert werden, wenn sie auf einer Minibühne inmitten des Publikums spielen oder es eine kostenlose Live-CD für alle Konzertgänger gibt. Dass die Musikvideos auch eher an kleine Perlen denn an Massenware erinnern, sieht man ja gerade an Strawberry Swing. Das Tolle, meiner Meinung nach, an Coldplay ist eben, dass sie das Künstlerische mit den Mitteln einer Massenband ausleben.

Gerade weil ich ihren Stil dort so mochte, war ich zuerst von ihrem neuen Album enttäuscht, da es eben weder eine wirkliche Neuerfindung ist (noch immer ist die Marschhaftigkeit stark vorhanden), noch haben sie sich das vivalavidaeske Andersartigeim Sound behalten. Dazu war es mir etwa zu rockig oder gar elektronisch an Manchen Wasserstellen. Klar Every Teardrop Is A Waterfall war noch ganz Viva La Vida und passte für mich auch erstmal nicht zum neuen Album.

Jetzt habe ich das Album allerdings mehrmals durchgehört und muss zugeben, so schlecht ist es ja gar nicht. Ein oder zwei Lieder (Rihanna?!) hätte man weglassen können, ansonsten ist es aber ganz schön und stimmig. Allerdings finde ich, dass es etwas von Harry Potter Band 6 hat. Und zwar wirkt es wie ein Übergang von Viva La Vida zum Album danach.
Nichtsdestotrotz, und das ist der Grund, warum ich diesen Beitrag überhaupt schreibe, zeigen Coldplay, in diesem Album wieder eine Sache und zwar, dass sie super Schneefall-Winter und Vorweihnachtsmusik machen. Deswegen zum Abschluss noch einmal Christmas Lights: