Der, dem nichts Kreatives einfällt und der dennoch die Welt mit seinen Schriftstücken “bereichern” will, der gehört bestraft. Aus dem Grund muss darf Philipp seinen Senf zu irgendeinem aus der Luft bestimmten Thema geben.

Sie stand in einem weiten Raum mit Wänden voller Türen, die alle gleich aussahen. Wenn sie einer Tür nahe kam, öffnete die sich langsam einen Spalt weit und man glaubte, eine ungefähre Ahnung von dem zu bekommen, was hinter der Tür lag. Doch Gewissheit darüber konnte man bei keiner Tür erlangen.

Als sie durch eine der Türen hindurchging, kam sie in einen anderen, kleineren Raum und die Tür fiel hinter ihr dumpf ins Schloss. Der Raum an sich sah ganz anders aus als der letzte. Das einzige, was sie gemeinsam hatten, waren die vielen Türen. Als es ihr dort, wo sie war, nicht mehr gefiel, ging sie wieder durch eine der Türen hindurch.

Das tat sie eine Weile, immer und immer wieder. Sie gelangte dabei in die exotischsten Räume, ging durch ganze Wälder und Wüsten, kam in Hallen und winzige Kammern, erlebte schreckliches und schrecklich schönes.

Und gerade als sie das schrecklich Schöne in jenem Raum verlassen hatte, wurde ihr bewusst, wie wichtig es ihr war. Sie wollte zurück durch die Tür, die sich hinter ihr geschlossen hatte. Doch es gab keine Klinke, nicht mal einen Knauf, nur ein kleines Guckloch. Auf den Zehenspitzen stehend sah sie hindurch. Je länger sie so dastand und das Bild, das sich ihr bot, genoss, desto verschwommener wurde es und desto weniger konnte sie erkennen. Es war, als würde sich der Raum hinter der Tür immer weiter von ihr entfernen. Unaufhaltsam.

Wenn es statt Türen, einfach nur Türrahmen gäbe, dachte sie.