Die „Uniformed Services of the United States“, also das Militär Amerikas besteht aus sieben Gruppen. Neben der Küstenwache, der Wetter- und Ozeanografiebehörde und der Gesundheitsbehörde (warum das da ist wirklich ein RätselJ) werden 4 der Gruppen vom Verteidigungsministerium gebildet und kontrolliert. Das erste ist die US-Army, das Heer. Es ist das 2.größte Heer der Welt und besteht aus knapp 1 Million Soldaten. Ca. die Hälfte davon ist im Moment im Einsatz.
Mit 300 Schiffen und fast 4000 Flugzeugen ist die Marine auf der See unterwegs, um sich für amerikanische Interessen einzusetzten, die US Navy hat knapp eine halbe Millionen Soldaten und ist die mannstärkste Marine der Welt.
Dann gibt es den United States Marine Corps, also die Marineinfanterie. Unter dem Motto „semper fidelis – immer treu“ unterstützen 250.000 Amerikaner (und illegale mexikanische Immigranten) die US Navy.
Zuletzt gibt es die Air Force, also die Luftwaffe, mit ca. einer halben Million Soldaten und zivilen Mitarbeiter.

Letzte Woche bin ich nach Memphis geflogen und neben mir saß Derrek. Derrek ist Soldat der US-Army, er kam gerade von Afganistan, um 2 Wochen Zuhause in Tennessee zu verbringen, bevor er bis Weihnachten wieder zurück muss. Ich finde Soldaten sind total spannend, ich könnte nie einer sein, ich kann ja nichtmal eine Wespe töten, wahrscheinlich interessiere ich mich deswegen so dafür. Weil ich nicht verstehe, wie man freiwillig in einem Krieg sein kann und Menschen töten, die Familien haben, die geliebt werden und lieben und die einem vor allem nichts gemacht haben.
Derrek sagt, dass man den Menschen nicht ins Gesicht schauen darf, nicht zulassen, dass sie eine Persönlichkeit bekommen. Nicht drüber nachdenken eben. Derrek sagt auch, dass er manchmal nicht versteht, was der Staat macht und was für sinnlose Dinge von Soldaten verlangt werden. Im Jahr 2010 gab die USA 398 Milliarden Dollar für ihr Militär aus, das sind 43% der weltweiten Militärausgaben und knapp 60 Euro pro Person, die auf der Welt lebt.

Ich hab Derrek auch gefragt, was ihm daran gefällt bei der Army zu sein. Das Geld, meint er. Es gibt ihm eine Zukunft, die er sich nie erträumt hätte. Die 20 Jahre die er im Ausland weit weg von seiner Familie verbringt, sind ihm das wert. Ein amerikanischer Soldat verdient mehr als eine voll ausgebildete Marketingmanagerin in einer Bank. Zusätzlich bekommt er eine Ausrüstung gestellt plus diverse Discounts und Prämien.
Wenn Derrek zum Beispiel in den amerikanischen Toom geht, kriegt er 10% Rabatt, bei Vorlage seines Dienstausweises. Die Kosten für sein Nummernschild und die Registration seines Autos trägt der Staat, und wenn er die 20 Jahre in der Armee hinter sich hat, bekommt er eine Rente, mit der er sich ein Haus und ein Cabrio locker leisten kann.
Abgesehen davon hat Derrek durch seinen Beruf unglaublich viel Anerkennung von seinen Mitmenschen gewonnen. Er erzählt, dass es keine Seltenheit ist, dass er im Supermarkt seinen Einkauf von fremden Leuten bezahlt kriegt, wenn er seine Uniform trägt.

Die einzige Ausbildung die ein Soldat braucht ist ein 9-wöchiges Trainingscamp und diverse Weiterbildungen in den folgenden Jahren. Auch ohne jeglichen Schulabschluss kann ein Amerikaner Soldat werden. Derrek hat die Highschool geschmissen als er 16 war. Er hasste Schule, ging lieber feiern, sagt er. Bis er merkte das er Geld brauchte.
Seit dem verdient er mehr Geld als meine amerikanische Gastmutter, die mit einem 1,4 Schnitt die Highschool beendete und danach 4 Jahre auf einem exzellenten Mädchencollege in North Carolina lernte, und riskiert 24 Flugstunden von Zuhause in Afganistan sein Leben.