Die Art und wir

Am 16. Juni stolperte Philipp geradezu über die Kunstwerke in den Ausstellungshallen der Messe Basel. Über 300 Galerien hatten sich zur 42. und diesjährig teuersten Kunstmesse der Welt zusammengefunden: der Art Basel.

Auch wir waren wieder da und mischten uns unter’s Volk. Wie jedes Jahr sahen wir allerlei Skulpturen, halbzerstörte Gemälde, Objekte, die die Grenze zwischen Kunst und Alltag verschwimmen ließen, wie die aus der Wand ragende Steckdose, und natürlich auch viele unterschiedliche interessante Menschen. Doch anstatt diese wie den ganzen Kunstkram sprachlos einfach nur zu betrachten, nahmen wir dieses Mal unseren ganzen Mut zusammen und sprachen sie einfach an. So kamen wir mit Galeristen, Architekten, rothaarigen Kunstwissenschaftlerinnen und vor allen Dingen Eva und Adele ins Wort. Eva und Adele, altbekannte Art-Besucher, sind ein Aktionskunst-Duo, das schon seit 1991 gemeinsam auftritt und in seiner extrovertierten Art jedem sofort ins Auge fällt.

Weil wir so awesome1 sind, haben wir das ganze mit Philipps unverkennbarer Wackeltechnik2 für euch aufgenommen und so könnt ihr euch nun drei Minuten selbst auf die Art stürzen (und kaum zu glauben, aber wahr: die Art ist noch besser als die Bilder vermuten lassen).

Kipfarl auf der Art Basel 2011 from Julian on Vimeo.

Und ansonsten?

Die Art Basel 2011 ist wie in den vorangegangenen Jahren ein großer Tummelplatz für alle, die etwas Kunst machen, verteiben oder schlicht und einfach mögen. So staunte man da über die Krativität und den Witz des Künstlers, dort über fotorealistische Kohlezeichnungen und Ölbilder. Wärend man bei der Art Unlimited einfach mit offenem Mund neben riesigen Werken stand, bei denen Schwerter wie bei Damokles hin- und herschwangen. Obwohl sich nicht jedem der Sinn von allem sofort erschließen mochte, so war doch für alle etwas dabei und man sah Menschen aller Richtungen.

Auch “dieser Typ von We like that” lief an uns vorbei und so hetzten wir ihm über das halbe Artgelände hinterher, um ins Gespräch zu kommen. Von Nahem sah er dann leider doch ein wenig anders aus und die Frage “Sie sind doch der von We like that, oder?” quittierte er mit einem verständnislosen Stirnrunzeln3.

Insgesamt präsentierte sich die Art wieder in ihrer gewohnten Opulenz, die es einem unmöglich macht, alles zu entdecken. Als wir auf der Heimfahrt durch den Katalog mit den Ausstellungsstücken blätterten, ging das sogar so weit, dass wir nichts wiederentdeckten, was wir nachmittags gesehen hatten.
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  1. Anglizismen verschleiern kein Untalent – Anm. eines Germanisten
  2. das Handkamerafeeling erzeugt eine unglaubliche Spannung und Nähe zum Geschehen – Anm. eines artificial Regisseurs
  3. Frechheit! “We like that” muss man kennen.