Der, dem nichts Kreatives einfällt und der dennoch die Welt mit seinen Schriftstücken “bereichern” will, der gehört bestraft. Aus dem Grund muss darf Philipp jede Woche seinen Senf zu irgendeinem aus der Luft bestimmten Thema geben.

by Björn Stelley

by Björn Stelley

Als ich ganz klein war, hatte ich lieber Reißverschlüsse an meinen Schuhen, wegen des unverwechselbaren “Ratsch”-Geräusches und weil ich damit besser zurechtkam. Man hatte die Schuhe einfach viel schneller angezogen als mit diesen blöden Bändeln, die man erst noch zusammenknoten musste. Dass Schnürsenkel besser aussehen, hat mein modisch bewusstes Ich allerdings schon bald erkannt und das Binden stellte sich als doch nicht so kompliziert heraus – natürlich immer mit Doppelknoten, damit sie beim Spielen nicht aufgingen, und manchmal auch mit geschlossenen Augen, weil ich so stolz war, das zu können.

Die dicke Stoffschnur “Schuhbändel” zu nennen machte für mich schon immer Sinn, doch was sucht das “Senkel” im “Schnürsenkel”? Und wieso stellt man die Leute manchmal in den Senkel? Oder warum können sie einem nicht nur auf den Geist, sondern auch auf den Senkel gehen?

Ein Senkel war ursprünglich ein Senklot, also ein Faden, an den man ein Gewicht hängte, um die Senkrechte bestimmen zu können. Stellt man jemanden in den Senkel, dann rückt man ihn also wieder gerade, bringt ihn wieder auf den rechten Weg, während man von denen, die einem auf den Senkel gehen, aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Man sollte also aufpassen, dass einem niemand auf den Senkel geht, wenn man gerade auf einem quer gespannten Senkel geht – nicht auszudenken, was das für schreckliche Folgen haben kann!

Jedoch könnte der Schnürsenkel auch ganz anders entstanden sein: Damals, als die Sandale dann doch irgendwann aus der Mode kam, hatte der Enkel des bekannten Ehepaares Schnür den Einfall seine Schuhe mit einem Faden zu binden. Diese Idee verbreitete sich wie ein Lauffeuer und wenn man nachfragte, wer sich das ausgedacht hatte, bekam man als Antwort nur: “Schnürs Enkel.”