Und wieder einmal waren wir unterwegs, haben weder Kosten noch Mühen gescheut, um unseren geschätzten Lesern einen Einblick in die, in unserem Fall vor allem Basler, Welt der Kunst und Kultur zu verschaffen. Im Frühling schlenderten wir stundenlang durch die Messehallen der Art Basel und bewunderten kunstvoll drapierte Steinhaufen und andere moderne „Kunst“ und jetzt eben die Basler Museumsnacht, die dieses Jahr schon zum elften Mal stattfand. Die oben erwähnten Kosten, um dieses Kulturspektakel zu erleben, beliefen sich dabei für uns auf ungefähr gar keine, denn die Museumsnacht samt Hin- und Rückfahrt ist für unter 25Jährige kostenlos. So kann man sich völlig hemmungslos die ganze Nacht in über 30 Museen rumtreiben, von kleinen, versteckten, in die man sonst nie gehen würde, bis hin zur Fondation Beyeler, samt Sonderausstellungen, Aktionen und Vorträgen, wenn man denn möchte. Die ganze Nacht? Leider nur theoretisch, denn um zwei ist der Spaß auch schon wieder vorbei…
So muss man sich denn notgedrungen entscheiden. Wir begannen unsere Nachtschwärmerei im Tinguely-Museum, wo komplizierte Stahlkonstruktionen neben zerstörten Kunsthallen bewundern konnte. Der eine ließ zwei Autos aufeinander zurasen, der anderen baute eine Maschine, die einen Haufen Marmeladentoasts schmierte, während wieder einer einen Radiergummi zeichnete, die Zeichnung wegradierte, den veränderten Radiergummi wieder zeichnete, die Zeichnung wieder wegradiert, den Rad….. Und wenn man dann wieder auf die Straße tritt, Menschen überall, hat man das Gefühl, dass es eigentlich völlig normal ist, nachts im Museum(^^) zu sein. Man kann das nächtliche Basel natürlich auch zu Fuß erkunden, aber wenn man mehr als drei Museen in der eigentlich viel zu kurzen Zeit sehen will, sollte man doch eher die überall verkehrenden Shuttle-Busse nutzen. Dadurch kriegt man aber auch von allem, was außerhalb seiner Route liegt recht wenig mit – eigentlich schade, ich bin für eine 24Stunden-Museumsnacht, bis man so besoffen von zuviel Kunst und Kultur ist, dass man nicht mehr weiß, was Kunst und was Wirklichkeit ist…oder so ähnlich)
Stattdessen vergnügen wir uns heute halt beispielsweise in einem Museum für Comics und bestaunen Kreise im Museum für Gegenwartskunst. Um das Museum für elektronische Kunst, in dem man diverse Videospiele ausprobieren kann, liegt Kreativität in der Luft. Diverse Ateliers sind zur Besichtigung frei und das Radioprogramm feiert eine offene Türparty…Radio zum Anfassen… Und dann muss man auch schon wieder Richtung Bahnhof begeben, um den letzten Zug nicht zu verpassen. Aber der Zoo? Eigentlich das Highlight mit stimmungsvoll beleuchteten Aquarien wo von Regenbogenfisch bis Katzenhai alles schwimmt, dazu atmosphärische Musik und eine Sushi-Bar… hat was von Wohnzimmerparty, hier könnte man bleiben…
Oh, der letzte Zug ist weg? Dann laufen wir eben durch die schweinekalte Januarnacht nach Hause. Wie gesagt, weder Kosten noch Mühen.
