Wie hier bereits angekündigt, hatten wir die Möglichkeit mit Verantwortlichen des Open Planet Ideas – Wettbewerbs, mit Herrn Zumkeller zu sprechen. Markus Zumkeller ist Mitglied der Geschäftsführung von Sony Deutschland und verantwortet bei Sony Europe den Bereich „Technology & Engineering“. Außerdem sitzt er in der Jury des Projekts „Open Planet Ideas“.


Frage: Wie kam Sony auf die Idee eines solchen Projekts?

Zumkeller: Wir suchen ständig nach neuen Möglichkeiten, um Produkte und Prozesse so energieeffizient und CO2-freundlich wie möglich zu gestalten. Außerdem glauben wir, dass überraschende Möglichkeiten entstehen, wenn man bekannte Produkte in einem neuen Zusammenhang nutzt. Und genau darum geht es bei Open Planet Ideas.

Frage: Sony hat sich zwar durch Sony Ericsson in der Liste der grünen Unternehmen etwas verbessert, aber der Sony Konzern schwimmt immer noch im Mittelfeld. Wie kam es daher, dass WWF Sony als Partner gewählt hat?

Zumkeller: Der WWF unterhält strategische und innovative Partnerschaften mit den größten Unternehmen auf globaler und nationaler Ebene, um deren Belastung für die Umwelt zu reduzieren und mit ihnen gemeinsam einen positiven Beitrag für die Umwelt zu leisten. Diese Partnerschaften – wie z.B. die mit Sony – basieren auf einer gemeinsamen Vision für eine bessere Zukunft, da der WWF sich sicher ist, dass Partner gemeinsam mehr erreichen können.
Das ist auch bei Open Planet Ideas der Fall. Hier war die gemeinsame Vision, innovative Technologien gezielt zu nutzen, um Umweltprobleme zu lösen, Ausgangspunkt und Grund, um diese Plattform einzurichten.

Frage: In wie weit steht Sony als Partner des WWF für ein Umdenken der IT-Branche?

Zumkeller: Als Hersteller sucht Sony ständig nach neuen Möglichkeiten, um Produkte und die dahinter stehenden betrieblichen Abläufe so energieeffizient und CO2-freundlich wie möglich zu gestalten. Außerdem glauben wir, dass es nicht absehbare, positive Auswirkungen auf den Planeten haben kann, wenn bestehende Technologien auf kluge Weise neu genutzt werden – und genau das ist es, worum es bei Open Planet Ideas geht.

Frage: Sie nutzen für das Projekt ja die Kreativität und die Ideen von Endkonsumenten. Inwieweit werden diese entlohnt, da es sich auf gewisse Weise ja auch um einen Produktfindungsprozess handelt?

Zumkeller: Open Planet Ideas ist ein gemeinsames Projekt aller Teilnehmer, in dessen Rahmen jeder aufgerufen ist, einen Beitrag zu leisten. Indem wir das Element des Wettbewerbs herausgenommen haben, halten wir den Austausch und die Entwicklung der ursprünglichen Ideen in der Community so offen, transparent und gemeinschaftlich wie möglich. Eine Entlohnung gibt es für die Gewinner insofern, als dass sein Projekt mit Sicherheit eine weitreichende internationale Aufmerksamkeit in den Medien bekommen wird.

Frage: Wie viel Einfluss haben die Nutzer auf die letztendliche Auswahl?

Zumkeller: Als Teil der Community von Open Planet Ideas können die Nutzer die eingebrachten Ideen anderer kommentieren, weiterentwickeln oder auch hinterfragen. Bis zu 30 Konzepte kommen nach der Konzeptionsphase, die bis Anfang Dezember dauert, in die nächste Runde. Sie werden dann von der Community und unserem Expertengremium bewertet. Letzteres sucht im Januar 2011 das Gewinnerkonzept aus. Wenn das Projekt abgeschlossen ist, übergeben wir das geistige Eigentum übrigens an die Öffentlichkeit. Wir denken, dass dies der fairste und beste Weg ist, die Innovation im Sinne des Gemeinwohls für unseren Planeten nutzbar zu machen. Das bedeutet auch, dass Sony in keiner Weise von dem Konzept direkt profitiert. Was wirklich zählt, ist das Potenzial der von der Community geborenen Inspiration.

Frage: Wo liegt Ihrer Meinung nach das große Potenzial dieses Projekts?

Zumkeller: Indem wir die Community bitten, die Herausforderung mitzubestimmen, arbeiten wir automatisch an einem Projekt, von dem sich die Menschen angezogen fühlen, da sie die Themen, um die es geht, selbst interessant finden. Indem Sony eine Community ins Leben ruft, bei der die Nutzer mitwirken, kommentieren und gemeinsam Ideen entwickeln, nutzt Open Planet Ideas das Potenzial der Masse – und das ist wahnsinnig spannend. Wir gehen fest davon aus, dass dieser einzigartige Weg, eine Herausforderung anzugehen, uns überzeugende, durchführbare und spannende Konzeptideen liefern wird. Deshalb investieren wir letztlich auch technische und monetäre Ressourcen in das endgültige Konzept. Wir glauben, dass es zentral ist, das Konzept bis in die Realisationsphase hinein mitzubegleiten. Durch die Bereitstellung unserer Forschungs- und Entwicklungsexpertise in der Realisierungsphase hoffen wir, das Interesse an neuen Konzepten zu schüren, die das Potenzial haben, unsere Herangehensweise an ökologische Herausforderungen völlig neu zu gestalten.

Frage: Und wie hilfreich wird das finale Produkt sein?

Zumkeller: Das finale Konzept wird schließlich der Öffentlichkeit übergeben, um sicherzustellen, dass so viele Individuen, Organisationen und Firmen wie möglich den Denkansatz und seine Anwendung nutzen können, um die Umwelt positiv zu verändern.

Frage: Gibt es schon Überlegungen, wie es nach dem Ende des Projekts weitergehen kann?

Zumkeller: Wir hoffen, dass der Austausch von Ideen, der durch unseren Wettbewerb angestoßen worden ist, unsere Community ermutigen wird, weitere Ideenwettbewerbe ins Leben zu rufen. Open Planet Ideas ist nur das: eine offene, globale Plattform, um Inspirationen mit anderen zu teilen und weiterzuentwickeln.