Karima Francis – Francis
Neulich habe ich zum Abschluss des Tages “Later with Jools Holland” (eigentlich eine eigene Schwärmerei wert) geschaut. Nach einem Gesprach mit dem Sänger von Franz Ferdinand, kam es dann: Zwei Personen, zwei Gitarren, blaues leicht mysthisches Licht (ja ich neige hier durchaus zur Übertreibung), ein viel zu großes schwarz-weißes Oberteil und ein noch größerer Lockenkopf, ja der größte den ich bisher gesehen hatte.
Doch dann fängt dieses wirre Lockenetwas zu singen an, zu klagen, lässt die Stimme gefühlvoll über die Sätze fegen. Doch dann erhebt sich der Lockenkopf und ein Gesicht kommt zum Vorschein.
Darf ich vorstellen, die Singer/Songwriterin Karima Francis. Aus Blackpool kommend begann ihre gesangliche Karriere unter dem Einfluss von Celine Dion. Das wirkt sich heute nicht mehr bemerkbar aus, stattdessen schreibt sie wunderbare Lieder, die wohl irgendwie ihren Weg durch das Gewülst an Haaren gefunden haben müssen. doch während andere auf Dächern sitzend ihre Musik an eine kleine Runde weitergeben, steht Francis unten auf der Straße im schlimmsten Regen, nur begleitet von der Gitarre und singt gegen den Regen an. Sie schafft es wirklich Gefühle durch die Musik und ihre Stimme auszudrücken. Die Musik durchströmt sie, nimmt die Gefühle in sich auf, lässt sie Worte verschlucken, ihr Gesicht verziehen und weckt den Eindruck, ihr entgleite die Stimme. Doch kaum ist der Eindruck da, fängt sie die Stimme wieder auf wie einen hochgeworfenen Ball und uns ein. Sie nimmt uns in den Bann, indem sie die Musik wiederentdeckt als etwas das unser Innerstes nach Aussen sichtbar macht. Sie zieht uns in ihren Bann und weckt gleichzeitig unseren Beschützerinstinkt.
Und außerdem gibt es eh zu wenig gute Singer/SongwriterINNEN.
Karima Francis – Use Somebody (Cover)
