Ich habe schon einmal über die unterschiedlichen Möglichkeiten des Zeitmanagements geschrieben. Daily Stack, das das Aufgabenabarbeiten mit Bauklötzen spielerisch löste, hat nun einen digitalen Konkurrenten bekommen: Epic Win.
Die App, die ähnlich dem Browsergame die Kluft zwischen Reallife und der digitalen Welt schließt, funktioniert nach dem normalen Prinzip der meisten Rolenspiele. Und zwar dem Aufleveln der eigenen Spielfigur durch das Erledigen von Aufgaben. Nur sind diese
Aufgaben bei Epic Win die der selbstgestellten To-do-Liste.
Für 2,39€ kann man die App im iTunes-Store erwerben.
Soweit so gut. Ich finde die Idee ziemlich gut und glaube sogar, dass das bei den meisten Menschen funktioniert. Nur schafft ein solches System anders als z.B. Daily Stack eben nicht nur eine witzige Möglichkeit des Zeitmanagements, sondern ein neues Reiz- bzw. Belohnungssystem. Natürlich liegt darin genau der Witz und der Trick. Wir digitalen Kinder, die lieber stundenlang an ihren Zwerg- oder Elfenfähigkeiten arbeiten, anstatt kurz die Wäsche zu machen, sollen so das angenehme mit dem unangenehmen verbinden. Aber die unangenehmen Tatigkeiten haben ja einen Sinn beinhalten somit schon eine Belohnung. Ist es da nun wirklich sinnvoll von diesem Belohnungsystem Abstand zu gewinnen, anstatt sich auf die Gründe für die Tatigkeiten zurückzubesinnen?! Vielleicht sind wir dann irgendwann nicht mal mehr im Stande uns zu duschen, wenn es uns keine Erfahrungspunkte bringt?!
Ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass uns solche gesellschaftlichen Wandel bedrohen. Drohen vielleicht schon. Epic Win ist bestimmt nur eines der ersten Beispiele, wie man Spiele abgesehen vom Lernen sinnvoll einsetzen kann. Das wird vielleicht die ein oder anderen Veränderungen mit sich bringen. Aber lieber hab ich ‘ne sauber Wohnung und einen voll gerüsteten Zwerg, als gar nix von beidem.

