„I’m just standing underneath the clock!” – so berichtet ein Besucher seinem Handy von der Art Basel. Ich weiß zwar nicht, was daran so bemerkenswert ist, auch wenn die Art eine der wichtigsten und größten Kunstmessen der Welt ist und deshalb wahrscheinlich alles an ihr bemerkenswert ist, aber „standing underneath the clock“ lässt sich in der Tat nicht vermeiden, wenn man die Art von innen sehen möchte. Hat man die große Uhr über dem Eingang zur Messe Basel und die, auch mal zwei Augen zudrückenden, Kartenkontrolleure („ach, diese Karte funktioniert nicht? – ok, dann probier ichs mal mit der…“) dann passiert, wird man erstmal ein bisschen erschlagen von der Masse an Kunst auf engstem Raum. Wirre Gedanken schießen einem durch den Kopf (auf die ich später noch eingehen werde) und am besten lässt man sich erstmal treiben und probiert gar nicht erst die Orientierung zu behalten in diesem Labyrinth aus weißen Wänden. Doch sogleich wird man aus dieser wohligen Passivität wieder aufgeschreckt. Ein überlebensgroßer, bemerkenswert detailgenauer menschlicher Kopf – und im Raum nebenan das lebende Modell, kein Zweifel möglich: „are you this head?“ – „well, yeah…“. Damit hätte nun natürlich niemand gerechnet und man hat schon zum zweiten Mal den Eindruck: die Menschen hier haben Humor. Ob die Art aber wirklich so unspießig ist, wie es den Eindruck hat, wird sich noch zeigen. Denn obwohl man ja ziemlich leicht rein kommt, darf man fotografieren ausdrücklich nur mit Presseausweis und als man der deutlichen Aufforderung eines Kunstwerks, das aus Büchern mit dem Titel „Steal this Book“ nachkommen will, würde ein sehr nervösen Aufpasser einen am liebsten gleich rausschmeißen. Naja, es gibt solche und solche Leute, wir lassen uns den Besuch jedenfalls nicht verderben, es gibt ja noch soo viel zu sehen. Tatsächlich haben wir beim zweiten Besuch fast nichts schon bekanntes gesehen. Und es lohnt sich auf Details zu achten. Ein völlig unscheinbares kariertes Notizbuch, dessen Karos sich plötzlich zu einer kunstvollen Spirale ziehen. Sonst nichts. „So klein und doch so viel“ – auch das ist Kunst.