Als ich noch in der Grundschule war, hatte fast jedes Kind ein kariertes Heft, um darin mit Blümchen oder ähnlichem verziert Hausaufgaben aufzuschreiben ; heute ist es so, dass die armen Grundschulkinder keine schön karierten Hefte mehr nutzen dürfen, sondern alle Organizer von „Lillifee“ und „Transformers“ zur Einschulung bekommen, in die sie dann bitte auch haargenau und sauber eintragen, was sie zu Hause machen müssen und wann sie auf welchem Spielplatz, von welcher Schaukel fliegen sollen.

Ich habe solche Hefte immer unabsichtlich verloren.

Später hatte ich ähnlich wie Harald Martenstein Listen herumliegen, auf denen stand, was ich zu tun hatte. Manche würden sie To-Do-Listen nennen. Funktioniert haben sie leider nicht immer. Das lag meistens daran, dass ich nach dem Schreiben nicht nochmal draufschaute oder aber Dinge auf eine imaginäre „Irgendwann…“- bzw. „Morgen ist auch noch ein Tag…“-Liste zu verschieben. Meine Mutter nannte das „Aufschieberitis“, was ich weder sehr lustig noch wirklich einfallsreich fand, aber es traf das Problem auf den Punkt.

Nach dem ich mir nun letztes Jahr einen iPod touch gekauft hab, habe ich diesen dazu genutzt meine Aufgaben zu managen und siehe da, es war und ist von Erfolg gekrönt, was vermutlich einfach daran liegt, dass es irgendwie auch Spaß macht, sich damit zu organisieren.

DirektlinkDailyStack
Und genau dieses Prinzip greifen auch die Designer Sebastian Rønde Thielke und Anders Højmose mit ihrem Zeitmanagementsystem Daily Stack auf, bei dem man ganz im Sinne von Grundschulkindern, mit Bauklötzen spielend, den täglichen Ablauf mithilfe des PCs plant. Das sieht man immer häufiger, dass analoge schöne Dinge verbunden mit dem PC das Leben neu durchplanen sollen, wahrscheinlich, weil es Spaß macht; oder nützlich ist; oder einfach beides zusammen.

Wie auch immer, ich werd mir jetzt ein kariertes Heft kaufen gehen.

via blogmitspeck , die hier auch noch einige andere neuartige Ordnungssysteme auflisten

Update: Da man es leider noch nicht kaufen kann, kann man sich hier umschauen, wo Michael Hunger erklärt, wie er ein ähnliches System mit Lego für sich gebaut hat.

via Magnus bei Spreeblick