wenn ich Kaffee trinke… kannichkantskritikderreinenvernuftineinersekundeleseninmeinem kopfinachtzigsprachenübersetzendieichvorherüberhauptnochgarnichtkonnte
undalleswiedervergessen.
Wennichkaffeetrinkesortiereichallebücherinmeinemregalerstalphabetisch dannnachgröße,dannnacherscheinungsjahrdannverbrennichalle,entstaubedasregal
schraubeesauseinanderschraubeesspiegelverkehrtwiederzusammen
strickezweitausendpullover versteigeresiebeiebayundkaufmirvondemgeldallebücherneu

Wenn man das so liest, denkt man vielleicht, oh wie cool und kreativ, kann witzig schreiben, der sich das ausgedacht hat. Aber jetzt stellt euch vor, ihr hört das ganze…und zwar schneller als man lesen kann. Das ist es, was Poetry Slam meiner Meinung nach ausmacht. Dieses Mitgerissenwerden von den Wörtern, zu schnell, um sie zu verstehen, aber irgendwie begreift man sie trotzdem. Natürlich entscheidet jeder selbst, was Poetry Slam für ihn ist, so wie jeder andere Gedanken und Gefühle hat, hat auch jeder eine andere Art diese auszudrücken und mitzuteilen. Aber das ist ja das Schöne an Poesie allgemein und natürlich auch an Poetry Slam – dass sie offen für alles sind. Da dichtet dann zum Beispiel jemand aus wunderschönen, faszinierenden Worten geradezu eine andere Welt und man merkt, wie man tatsächlich zumindest für sechs Minuten, länger darf ein Beitrag nämlich nicht dauern, in diese Welt entschwebt, nur durch den Klang…. Andere wiederum beschreiben chronisch depressiv mit monotoner Stimme, was für ein schwarzes Loch die Welt doch ist. Die wirklich hundertprozentig negative Attitüde zu allem macht ihren Vortrag aus. Was auch sehr verbreitet ist: Geschichten, die harmlos anfangen, sich dann aber durch irgendwelche Assoziationsketten ins absolut Absurde steigern. Sowieso, das Geschichtenerzähltkriegen macht eigentlich immer noch am meisten Spaß.

Aber diese Art, wenn da vorne jemand steht und dir was erzählt, Wörterketten bildet ohne Luft zu holen, wenn man das Gefühl hat, das Gehör ist zu langsam, der Sinn aber doch irgendwie im Gehirn ankommt und man sich praktisch erst im Nachhinein über die Kreativität und die sorgfältigen Formulierungen Gedanken machen und freuen kann, dann sollte man sich einfach zurücklehnen und genießen.