Das ZEITmagazin enthält wöchentlich die Rubrik „Ich habe einen Traum…“, in der Prominente aus allen Bereichen einen Traum vorstellen, sei es jetzt ein Lebens- oder auch nur ein Nachttraum. Ich habe heute morgen den Beitrag von dieser Woche gelesen. Lena Meyer-Landrut schreibt darin über ihren Traum eine Schauspielkarierre zu haben. Ich konnte mich, obwohl ich sie echt mag und mich der Text auch interessierte nicht wirklich aufs Lesen konzentrieren. viel zu abgelenkt war ich von ihrem Schreibstil. Ich las andauernd einfache Hauptsätze, die mit einem Ich begannen. Keineswegs möchte ich ihr dabei vorwerfen, dass sie egozentrisch sei oder die deutsche Sprache nicht ausgefeit genug benutzen kann, aber ich stockte doch des Öfteren.

Woran liegt das, warum hat man das Gefühl, aus dem Lesefluss gerissen zu werden, sobald der Satz mit Ich anfängt?! Meiner Meinung nach, ist es so, dass die Begründung darin liegt, dass man erwartet, dass nun ein Fazit oder eine Stellungsnahme folgt. Wenn nun solche Sätze nicht nur am Ende, sondern auch im Inneren des Textes zu finden sind, fühlen wir uns an unsere frühe Kindheit erinnert, in der wir stets angehalten wurden, bloß nicht andauernd mit „Ich, meine Eltern und mein Freund…“ anzufangen, wenn wir im Stuhlkreis vom Wochenende erzählten.

Daher wirken Texte, in denen soviel Ich-Sätze vorkommen, meist etwas irritierend auf uns. Ich finde das allerdings sehr schade, denn gerade solche Texte liefern doch soviel Information, die über den Text hinausgeht und die Person hintendran etwas näher beleuchtet, die uns erzählt, was den oder die AutorIn beschäftigt und uns auch andere Sichtweisen näher bringt. Aus diesem Grund bin ich den Traum von „unserem Star für Oslo“ auch nochmal durchgegangen und habe durchaus einige interessante Aspekte gefunden.

Der Endstand:

Lena: 35 Ichs

Ich: 15 Ichs

offenbart dann aber doch, dass ich wohl noch etwas üben muss.